| "Wenngleich wir im vergangenen Jahr von Hochwasser-
und Sturmkatastrophen verschont geblieben sind, so geht das Jahr 2003
dennoch mit der zweitstärksten Einsatzleistung in die Geschichte
der Feuerwehr Bad Goisern ein", war von Kommandant Günter Rainer
und aus den diversen Berichten anlässlich der Jahresvollversammlung
zu erfahren. Die Gesamtzahl der Einsätze bilanzierte mit insgesamt
209 Ausrückungen, wobei sich diese Zahl in 28 Brandeinsätze
und 181 technische Hilfeleistungen aufgliedert. Dabei wurden von den Feuerwehrmännern
mehr als 2.600 Einsatzstunden erbracht, bei Tag und Nacht, an 365 Tagen
im Jahr. Wohlgemerkt nur für Einsätze, denn rechnet man alle
sonstigen Leistungen der Wehrmänner hoch, so ergibt sich daraus eine
Jahresleistung von nicht weniger als 14.600 ehrenamtlich erbrachten Arbeitsstunden.
Viel Zeit haben die Wehrmänner aber auch für Ausbildungen und
Kurse investiert, wofür sie manchmal bis zu einer Woche ihres Erholungsurlaubs
opfern mussten. An 130 Tagen wurde im vergangenen Jahr Ausbildung betrieben;
als "Vorreiterrolle" konnte die Absolvierung eines Motorsägenpraktikums
in Zusammenarbeit mit der forstlichen Ausbildungsstätte Ort genannt
werden. Alle Feuerwehren des Gemeindegebietes hatten sich daran beteiligt,
um für künftige Sturmeinsätze gerüstet zu sein.
Apropos Sturm: Einsätze nach heftigen Sturmböen wurden Mitte
Juni notwendig, nachdem plötzlich ein Gewitter den Himmel verdunkelte,
Bäume zu Fall brachte und mitten im Ortszentrum ein Dach abdeckte.
Bei strömenden Regen schlossen die Feuerwehrmänner mit Planen
wieder das Dach und konnten so weitere Schäden hintanhalten. Auch
zwei größere Einsätze im Dienste des Umweltschutzes waren
zu verzeichnen. Am Hallstättersee musste mit Ölsperren an der
Wasseroberfläche treibendes Hydrauliköl beseitigt werden, und
zur Weihnachtszeit standen die Männer der FF Bad Goisern bei widrigen
Bedingungen tagelang im Öleinsatz auf der Traun. Ein schreckliches
Szenario war sicherlich der schwere LKW-Unfall mit Brandfolge am Pötschenpass,
bei dem zwei Menschen ihr Leben lassen mussten. Die lange Trockenperiode
machte zweimal einen Einsatz des Waldbrand-Stützpunktes notwendig,
nachdem es im alpinen Gelände zu Bränden des Humusbodens gekommen
war. Einsätze nach Verkehrsunfällen, winterliche Fahrzeugbergungen,
die Rettung eines verletzten Mountainbikers aus einem Bachbett oder im
Lift eingeschlossener Personen runden das Einsatzspektrum des Jahres ab.
Wenngleich die Feuerwehrmänner ständig versuchen, durch ein
hohes Maß an Eigenleistungen Kosten bei Fahrzeug- und Gerätewartungen
zu reduzieren, begleitet dennoch die finanzielle Sorge in verstärktem
Maße die Feuerwehr. Denn in Summe sind die Zuwendungen aus der öffentlichen
Hand weniger geworden, sodass der Jahresabschluss sich mit einem satten
Minus von 18.000.- Euro zu Buche schlägt. Denn Kosten für notwendige
Neuanschaffungen mussten zum größten Teil selbst getragen werden.
Dankenswerter Weise fanden sich hierfür einige Sponsoren, die der
Feuerwehr hilfreich unter die Arme gegriffen haben. Deshalb werden auch
Veranstaltungen im Fasching oder Krampuslauf und Hallenfest abgehalten,
um Einsatzmittel für die Hilfe an der Bevölkerung beschaffen
zu können.
Auf die Unterstützung des Landes haben die Wehrmänner gehofft,
als es für das Jahr 2005 um die Umsetzung des Projektes "Hubrettungsgerät"
ging. Das Fahrzeug dient zur Menschenrettung aus großen Höhen,
kann aber auch noch für vielerlei andere Zwecke genutzt werden. Kommandant
Günter Rainer ist nun dabei, durch eine gemeinsame Beschaffungsaktion
mehrerer Feuerwehren die Anschaffungskosten für das Hubrettungs-Fahrzeug
zu reduzieren. So günstig wie in dieser geplanten Einkaufsaktion
wird man das Hubrettungsgerät sicherlich nicht wieder beschaffen
können. Deshalb wird seitens der Feuerwehr alles versucht, diese
Chance zu nutzen. Bezüglich der Finanzierung des Projektes hat der
Landes-Feuerwehrverband die entsprechenden Mittel bereits zugesagt und
auch bei der Feuerwehr Bad Goisern liegt der vereinbarte Betrag dafür
bereit. Erst kürzlich hat nun auch das Land OÖ die entsprechenden
finanziellen Mittel für den gesetzten Zeitplan zur Verfügung
gestellt. Ein besonderer Dank gilt Herrn LR Ackerl für die Bereitstellung
der Geldmittel, sodass diese Beschaffung für die Sicherheit der Bevölkerung
des Ortes und einer ganzen Region nun doch getätigt werden kann. |